Die Scheidung ist ein einschneidender Schritt, den viele Paare trotz Beziehungsende nicht direkt ansteuern. Die meisten Betroffenen entscheiden sich vorerst für eine Trennung. Nicht zuletzt, weil sie sich damit auch die Möglichkeit offen lassen möchten, der Ehe zu einem späteren Zeitpunkt nochmals eine Chance zu geben. Ob Trennung auf Zeit oder Trennung mit späterer Scheidung: Die Details des Getrenntlebens sollten immer geregelt werden. Rechtsanwalt Rouven Brigger erklärt, wieso eine Trennungskonvention so wichtig ist.

Oftmals ist die Trennung der einschneidendere Schritt als die Scheidung. Denn die grössten Veränderungen im Alltag geschehen meist mit der Auflösung des gemeinsamen Haushalts: der Partner zieht aus, Möbel und Hausrat müssen aufgeteilt werden, das Ehepaar muss sich darauf einigen, bei wem die Kinder leben, die finanzielle Situation ändert sich, weil neu zwei Haushalte finanziert werden usw.

Nicht wenige Betroffene vergessen in der Hitze des (emotionalen) Gefechts das Ganze klar zu regeln. „Bereits eine Trennung hat jedoch erhebliche rechtliche Auswirkungen“, sagt Rouven Brigger, Rechtsanwalt und Partner der auf Familienrecht spezialisierten Anwaltskanzlei Gilomen & Brigger Rechtsanwälte. Es sei deshalb wichtig, die Details des Getrenntlebens juristisch sauber zu regeln. Auch wenn eine spätere Scheidung noch nicht feststeht und die Trennung womöglich nur auf Zeit ist, wie Rechtsanwalt Brigger betont. „Das gilt insbesondere wenn Sie gemeinsame Kinder, Wohneigentum oder sonstige komplizierte Vermögensstrukturen haben. Und wenn grosse Konflikte bestehen“, so Brigger. Vereinbart ein Ehepaar beispielsweise nicht klar, wie die Hypothekarzinsen für das gemeinsame Haus nach dem Auszug des Ehemannes aufgeteilt werden, kann dies (weitere) Konflikte schüren. Auch bei gemeinsamen Kindern ist es wichtig, klare Abmachungen bezüglich den Betreuungszeiten zu treffen. „Gerade die Frage der Alimetenhöhe birgt oft Konfliktpotenzial“, so Scheidungsanwalt Rouven Brigger. Werden die Details der Trennung in einer sogenannten Trennungskonvention (auch Trennungsvereinbarung genannt) festgehalten, ist man jedoch juristisch auf der sicheren Seite.

In einer Trennungskonvention werden beispielsweise folgende Fragen geregelt:

  • Muss der Ehepartnerin/ dem Ehepartner Unterhalt bezahlt werden und wenn ja wie viel?
  • Wie hoch ist der Unterhalt für die Kinder?
  • Bei wem leben die Kinder?
  • Wie werden die Betreuungszeiten der Kinder geregelt? (Besuche/ Ferien etc.)
  • Wer bleibt in der gemeinsamen Wohnung?
  • Wer übernimmt welche Möbel, das Auto usw.?

Hilfe vom Experten

Eheleute können eine Trennungskonvention, wenn sie sich in allen Punkten einig sind, theoretisch selbst ausarbeiten. Um eine Trennung für beide Seiten fair zu gestalten, braucht es aber meist juristisches Fachwissen. Vor allem wenn gemeinsame Kinder involviert sind. Wichtig zu wissen ist zudem, dass die Vereinbarungen, die in der Trennungskonvention festhalten werden, Einfluss auf die Scheidung haben können: Berechnen Sie beispielsweise den Unterhalt falsch oder verzichten Sie ganz darauf, obwohl Sie Anspruch hätten, nimmt das Scheidungsgericht später unter Umständen an, dass Sie auf das Geld nicht angewiesen sind. „Eine Korrektur ist dann schwierig“, sagt Scheidungsexperte Brigger. Es ist deshalb sinnvoll, auch wenn sich die Eheleute in den meisten Punkte einig sind, die Trennungskonvention von einem Rechtsanwalt ausarbeiten und allenfalls auch vom Gericht genehmigen zu lassen. „Die gerichtliche Genehmigung ist in der Regel eine Formsache und rasch abgewickelt“, so Rouven Brigger.

Die Trennungskonvention ist in der Regel nur bis zur rechtskräftigen Scheidung gültig. Bei der Scheidung wird die Trennungskonvention entweder durch ein gerichtliches Urteil oder durch eine gerichtlich genehmigte Scheidungskonvention ersetzt. Möchte ein Paar der Beziehung nochmals eine Chance geben, kann es die Ehe jederzeit wieder aufleben lassen – ohne Gericht oder neuen Vertrag. Die Trennungskonvention ist automatisch nicht mehr gültig.

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