Gibt es wegen „Corona“ mehr Trennungen und Scheidungen in der Schweiz? Eine abschliessende Antwort auf diese Frage ist aktuell noch nicht möglich, auch wenn Zahlen aus China nahelegen, dass dies der Fall sein könnte. Sicher ist: Durch „Corona“ haben sich gewisse Fragestellungen im Familienrecht verändert.

Das Team von scheidungsagentur.ch GmbH wurde in den vergangenen Wochen mehrfach von Medienschaffenden und interessierten Privatpersonen mit der Frage konfrontiert, ob die Zahl der Trennungen und Scheidungen wegen „Corona“ in den Monaten März bis Mai 2020 gestiegen seien. Unsere Antwort darauf lautet: Eine seriöse Aussage zu diesem Thema ist aktuell noch nicht möglich, die Statistik wird erst per Ende Jahr gemacht. Zwar ist es eine Tatsache, dass wegen „Corona“ viele Paarbeziehungen auf den Prüfstand gestellt wurden, so etwa wegen Lohnreduktionen zufolge Kurzarbeit, Home-Office, Home-Schooling oder geschlossener KITAs. Ob diese Faktoren aber effektiv zu mehr Trennungen und Scheidungen führen werden, lässt sich derzeit statistisch noch nicht erhärten. Zudem brauchen auch Trennungen eine gewisse „Inkubationszeit“, bis sich einer der Partner entschliesst, den mit vielen Konsequenzen verbundenen Schritt zu wagen. Allenfalls werden dann im Herbst 2020 erste Aussagen dazu möglich sein, ob die Zahl der Trennungen und Scheidungen in der Schweiz wegen „Corona“ tatsächlich gestiegen ist.

Was jedoch sicher ist und was das Team von scheidungsagentur.ch GmbH in den täglichen Beratungsgesprächen immer wieder erlebt, ist, dass sich gewisse Fragestellungen wegen „Corona“ verändert haben. So wollen die Kundinnen und Kunden von scheidungsagentur.ch GmbH vermehrt wissen, ob sie wegen Kurzarbeit ihre Unterhaltszahlungen reduzieren können. Oder ob sie die wegen des „Lockdowns“ verpassten Besuchszeiten nachholen können. Oder ob sie eine besondere Entschädigung für das besondere Betreuungsengagement im Home-Schooling erhalten.

In den meisten Fällen lautet die Antwort auf diese Fragen: leider nein. Solange nämlich davon auszugehen ist, dass der „Lockdown“ und die damit verbundenen, teils einschneidenden Konsequenzen bloss kurzfristiger Natur sein, besteht juristisch gesehen kein Grund für eine Abänderung von einst getroffenen familienrechtlichen Regelungen (z.B. in einer Trennungsvereinbarung, Scheidungskonvention, Kindesunterhaltsvertrag, Konkubinatsvertrag etc.). Sollten jedoch die Auswirkungen von „Corona“ längerfristig erheblich und dauerhaft wirken, dann kann sich die Frage stellen, ob die entsprechenden Regelungen abgeändert werden können, nötigensfalls durch gerichtlichen Entscheid. Jeder Einzelfall muss dabei gesondert geprüft werden, generelle Aussagen sind daher schwierig.

Die Spezialistinnen und Spezialisten von scheidungsagentur.ch GmbH stehen gerne für entsprechende Anfragen und Beratungsgespräche zur Verfügung.

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