Das Bundesgericht hat einen wichtigen Grundsatzentscheid zur Verweigerung der Teilung der Vorsorgeguthaben gefällt (Entscheid BGE 145 III 56 vom 6. November 2018). Ein Ehemann hatte während der gesamten Ehedauer kaum etwas an den Familienunterhalt beigetragen, sich nicht um die Erziehung der Kinder und um den Haushalt gekümmert, die Kontrolle über das Einkommen der Ehefrau überlassen sowie psychische und physische Gewalt gegen seine Familie ausgeübt .

Das Bundesgericht hat in diesem Fall entschieden, dass der fehlbare Ehemann keinen Anspruch auf die Teilung des Vorsorgeguthabens seiner Ehefrau erheben kann. Das Bundesgericht hat mithin einen Verzicht auf die Teilung angeordnet.

Gemäss Bundesgericht soll dies jedoch die absolute Ausnahme darstellen und nur in ganz besonders krassen Fallen zur Anwendung gelangen. In der weit überwiegenden Mehrheit der Fälle gilt also weiterhin das Prinzip, dass die während der Dauer der Ehe erworbenen Vorsorgeguthaben bei Pensionskassen oder Freizügigkeitseinrichtungen hälftig zu teilen sind.

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